Mittwoch, 12. Juli 2017

Schattenwandler - Noah

Erscheinungsdatum: 09.06.2011

Autor: Jacquelyn Frank

Seitenzahl: 528 Seiten

ISBN:  978-3-8025-8404-6

Erhältlich: hier 

Klappentext: Noah, der König der Dämonen, sucht schon seit Langem nach seiner Seelengefährtin – der Frau, die in jeder Hinsicht zu ihm passt. Monatelang sieht er sie in seinen Träumen vor sich und kommt ihr doch nicht näher. Als er sie in der Kriegerin Kestra endlich gefunden zu haben glaubt, wird diese jedoch ermordet. In seinem Schmerz bricht Noah mit den Gesetzen von Zeit und Raum, um in die Vergangenheit zu reisen und das Leben seiner Geliebten zu retten. Doch dieses Vorhaben birgt ungeahnte Gefahren ... (Cover, Klappentext by Lyx Verlag)

Rezension:
Fünf Bücher lang hat es gedauert, doch jetzt kommt endlich auch unser 3. und wahrscheinlich liebster Royal, in der Welt der Schattenwandler, unter die Haube!

Jacquelyn Franks Schattenwandler-Reihe wächst und wächst. Mit "Noah" geht es nun bereits in die 5. Runde und Ruth ist immer noch auf freien Fuß. Doch den eingefleischten Leser interessiert dies wahrscheinlich weniger, als die Tatsache, dass der Dämonenkönig Noah bereits seit einigen Bänden mit sich zu kämpfen hat und nach seiner Gefährtin sehnt.
Allein diese Grundlage verspricht viele Möglichkeiten und Neuheiten im Aufbau der Handlung sowie deren Verlauf. Doch durch gut dosierte Einbringung alter Protagonisten und einer gewissen Spannung zwischen den Neuen werden die Erwartungen getoppt. Besonders der Verlauf des Spannungsbogens hat hier noch einmal alles herumgerissen. Während sich der Leser bereits in Sicherheit wähnt und auf einen entspannten Ausgang des Romans wartet, wird diese "Erwartung" hinterrücks zerstört.

Kestra hat in ihrem Leben viele Wege eingeschlagen und noch mehr wieder verlassen. Ihr letzter "Job" -wenn man es denn so nennen kann- fand jedoch sein jähes Ende, als ein Klient die junge Frau ermordete. Eigentlich ein Moment, den man in seinem Leben nicht vergisst, oder? Nun ja... Durch das Eingreifen eines gewissen Dämons ist aber genau dies der Fall, und Kestra erwacht in einer völlig fremden und zugleich bekannten Welt zu neuem Leben.
Der erste Eindruck ist nicht zwingend der Richtige. Selten hat dieses Sprichwort besser zu einem Protagonisten gepasst, als bei Kestra. Durch die wenigen, aber dafür sehr eindrucksvollen Passagen, die man zu Beginn von Kestra ließt, schließt man schnell auf eine toughe, starke und selbstsichere, wenn nicht gar leicht arrogante, Persönlichkeit. Diese Fassade hält sie auch noch lange aufrecht, bis sie schließlich völlig überraschend die Maske für Noah fallen lässt. Und obwohl sie sich anfänglich stark gegen die mysteriöse Verbindung zwischen ihnen wehrt, gerät Kestra immer weiter in die Welt der Schattenwandler hinein.

Noah ist seit der ersten Seite der Reihe als gerechter, gutmütiger und ehrenvoller Herrscher der Dämonen bekannt. Eigenschaften, die der König in jedem Band aufs Neue unter beweis stellt. Doch seit einigen Bänden kann man auch eine Unausgeglichenheit und Schwäche an ihm bemerken, die immer weiter zunimmt. Es ist das Sehnen nach seiner Seelengefährtin, was mit sinkendem Junggesellenanteil an seinem Hof stärker, wird. Doch er begeht den Fehler und wartet zu lang, sodass sein Leben für immer zerstört sein könnte.
Als Noah von Kestras Tod erfährt, erlebt der Leser einen ungeahnten Gefühlsausbruch seitens des Königs, den man ihm nicht zutrauen würde. Die Vielfalt der Emotionen ist beeindruckend und erschreckend zugleich. Doch noch überraschender ist die Härte, mit der er nach seiner eigenen Strafe verlangt und schließlich selbst über sich verhängt.

Es ist so weit! Im fünften Band ist es Frank endlich gelungen ein gutes Gleichgewicht zwischen ehemaligen Protagonisten, Neuzugängen und aktuellen Protagonisten zu schaffen. Die Welt fühlt sich lebendig und dynamisch an; und die Handlungsstränge außerhalb der Haupthandlung bieten ebenfalls Tiefe. Ein bestes Beispiel ist die Geschichte um Noahs Eltern, die überraschend und bewegend zugleich war.

Bewertung:
Nach vier vergangenen Teilen ist "Noah" der Erste, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt, und der durch Handlung und Charaktere locker, flüssig und entspannend zu lesen war. Die Geschichte rund um den Dämonenkönig ist in vielerlei Hinsicht von Franks üblichen Schema abgewichen, was auch ein Abweichen von den üblichen "Mängeln" zur Folge hat. Besonders die überraschende Handlungsspitze kurz vor Ende, war noch einmal eine willkommene Auffrischung.

Jedoch gab es auch ein paar kleine Schwächen, die den Leser während des Lesens Stützen lassen. Noahs schnell und plötzlich umschwingende Gefühlswelt ist besonders in lockeren Momenten verwirrend und ein wenig abschreckend, da man, ähnlich wie Kestra, aus der Bahn geworfen und irgendwann einfach nur noch genervt wird.
Eine weitere Frage, die sich dem Leser ergeben kann, ist Kestras sehr abrupter und ebenso strikter Abbruch zu ihrem alten Leben. Eben noch vereinbart sie einen Termin und plötzlich ist alles andere nebensächlich, wenn nicht gar komplett vergessen. Macht sich niemand Gedanken, dass man nach ihr Sucht und sie durch ihr letztes Telefonat vielleicht sogar findet?!

9/10  bzw. 4,5/5 Sterne 
★★★★

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