Donnerstag, 20. Juli 2017

Ein einziges Geheimnis

Erscheinungsdatum: 07.04.2016

Autor: Simona Ahrnstedt

Seitenzahl: 671 Seiten

ISBN: 978-3-8025-9946-0

Erhältlich: hier 

Klappentext: Alexander de la Grip ist für zwei Dinge bekannt: sein Aussehen und seine Frauengeschichten. Die Medien bezeichnen ihn als „schwedischen Jetset-Prinzen“, doch dass Alexander seine Nächte mit Partys und Sex verbringt, um so der grausamen Leere in seinem Innern zu entkommen, ahnt niemand. Als er auf die toughe Ärztin Isobel Sørensen trifft, weiß er sofort, dass sie seine nächste Eroberung sein wird. Aber auch Isobel verbirgt ein Geheimnis: Ihre Non-Profit-Organisation Medpax steckt in finanziellen Schwierigkeiten, und sie braucht dringend Geld. Geld, das Alexander im Überfluss besitzt … Doch was als Spiel beginnt, wird bitterer Ernst, als Alexander und Isobel erkennen, dass die Menschen nicht immer sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Und während die beiden sich immer näher kommen, sind sie gezwungen, alles infrage zu stellen, was sie zu wissen glaubten. …(Cover, Klappentext by Lyx Verlag)


Rezension:
Partys, Alkohol und... Hilfsarbeit?! In kürzester Zeit dreht sich das Leben von Alexander De la Grip um 180° ohne, dass er es verhindern kann.

"Ein einziges Geheimnis" ist der Nachfolger von Simona Ahrnstedts Erfolgsroman "Die Erbin" und befasst sich mit dem jüngsten Nachkommen der ehemaligen Finanzfamilie. Wer den ersten Band gelesen hat, weiß, dass Alexander eine sehr imposante und vielversprechende Figur ist, die mit neuen Ideen begeistern kann. Doch auch die Handlung bleibt dabei nicht zurück, in Kombination mit Ahrnstedts Stil folgt ein Hoch auf das nächste Tief und Gefahren können an jeder Ecke lauern. Obwohl die sich Ereignisse größten Teils im "normalen" Alltagsleben abspielen, liegt häufig eine Anspannung bzw. Erwartung vor, die lange Zeit die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln können. Doch neben dieser Spannung gibt es auch kurze Flauten im Mittelteil. An diesem Punkt wirkt die Handlung einseitig, wenn nicht sogar stillstehend, sodass man beispielsweise einen Streit ersehnt.

Isobel Sørensen ist das, was die meisten als eine gute Seele bezeichnen würde. Angagiert, aufopfernd, mutig, stur, freundlich und noch vieles mehr. Doch hinter dieser Fassade ist eine Einseitigkeit entstanden, die die junge Ärztin selbst nicht ewig aushält. Nur ihre häufigen Auslandseinsätze für "Medpax" und "Ärzte ohne Grenzen" bringen Isobel eine Anwechslung. Als sie jedoch für Spendengelder mit Alexander De la Grip ausgehen muss, bietet sich ihr die Chance auf den lang ersehnten frischen Wind.
Sobald Isobel erkennt, die glücklich sie mit ihrem neuen Lebensstil ist, kommen in ihr auch erste Zweifel über ihre "Selbstsüchtige Ader" auf. Geschürt wird dieser Gewissenskonflikt zusätzlich durch ihre egoistische Mutter, die der Protagonistin gezielt Gewissensbisse einredet. Diese Unentschlossenheit entwickelt sich weiter, bis Isobel keine andere Wahl mehr hat und entscheiden muss, ob sie über ihren Schatten springt oder den Schwanz einzieht.

Alexander De la Grip wirkt auf den ersten Blick oberflächlich und selbstverliebt, aber auf den Zweiten erkennt man eine innere Verletztheit, die man dem jungen Mann nicht zugetraut hätte. Um diesen "Markel" zu verbergen, geht er immer weiter auf Distanz und baut sich das Image eines Playboys auf. Eine Maske, die die er immer weiter hineinwächst. Kein Wunder also, dass eine Frau, die ihm widerstehen kann, eine wunderbare Abwechslung und zugleich eine Herausforderung ist.
Während die gesamte Situation für Alex anfänglich nur ein Spiel ist, gerät er schnell immer weiter in Isobels "Fänge" und beginnt der selbstlosen Ärztin zu vetrauen, erzählt ihr Dinge, von denen niemand weiß. Ungewollt verändert er sich immer weiter, versucht seinem "Opfer" zu imponieren... und er "vergeigt" es. Zu spät erkennt er, wie wertvoll diese soziale Erdung für ihn war. Alexander beginnt zu hadern und muss rechtzeitig seinen weiteren Weg wählen.

Man erfährt natürlich auch, wie es mit Natalia und David weiter geht. doch auch alte Gesichter, die Peter De la Grip und Tom Lexigton erhalten eine wichtige Rolle. Während Peters Geschichte parallel zu Alex und Isobels erzählt wird, bereitet die Autorin mit einem großen Knall alles für den dritten Teil vor. Die Dramatik kommt also auch in der Riege der Nebencharaktere nicht zu kurz!

Bewertung:
Simona Ahrnstedts Roman "Ein einziges Geheimnis" hin mich in vielen Punkten überrascht. Abgesehen davon, dass mir die Protagonisten die meiste Zeit über sehr sympathisch waren, hat mich auch der Twist in der letzten Hälfte sehr gut unterhalten, da noch einmal völlig neue Seiten der Charaktere zum Vorschein kamen. Hinzu kommt die unerwartete Geschichte rund um Peter und seine "Strafe", die zwischen den langatmigen Stellen für Auflockerung gesorgt hat.
Wie bereits erwähnt, hat Alex' und Isobels Geschichte aber auch in der Mitte des Romans ihren Biss für einige Kapitel verloren. Man hatte einfach das Gefühl, dass sich die Handlung immer wieder nur mit anderen Worten wiederholt. Daher gibt es einen "kleinen" Abzug in der Bewertung.


8/10  bzw. 4/5 Sterne 
★★★★

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