Samstag, 29. Juli 2017

Das wilde Herz des Meeres

Erscheinungsdatum: 01.07.2017

Autor: Elena Morgan

Seitenzahl: ca. 350 Seiten

ISBN: 978-3-931989-92-5

Erhältlich: hier 

Klappentext:   
-Golf von Mexiko, 1717
William Hunter – Pirat, Frauenverführer und berüchtigter Kapitän der Scowerer – kennt weder Gnade noch Furcht. Ruhelos reist er über die Meere der Welt und macht reiche Beute, bis ihn ein schrecklicher Fluch das Leben kostet. Fortan ruhen Williams Knochen in einer Höhle, dazu verdammt, alle hundert Jahre in einer Vollmondnacht zu neuem Leben zu erwachen. So lange, bis eine Frau sein grausames Herz erweicht und ihn spüren lässt, was wahre Liebe bedeutet.
-Fuerteventura, 2017
Hannah flieht nach dem Ende einer desaströsen Beziehung zu ihrer Schwester, um zu vergessen. An der wilden Atlantikküste macht sie einen seltsamen Fund: Uralte Knochen liegen neben Goldmünzen in einer vom Meer umspülten Höhle. Einhundert Jahre sind seit Williams letztem Erwachen vergangen… und die nächste Vollmondnacht steht unmittelbar bevor. (Cover, Klappentext by Drachenmond Verlag)


Rezension:
Weit, wie das unendliche Meer
Unzähmbar, wie die Stürme der karibischen See.
Ersehnt, wie die ewige Sehnsucht nach den verborgenen Weiten des Ozeans.

Unter dem Autorenpseudonym Elena Morgan wurde der Roman "Das wilde Herz des Meeres" beim Drachenmond Verlag veröffentlicht. Morgan entführt damit in die ruchlose, raue und zugleich faszinierende Welt des Piratenzeitalters und bringt diese auf Kollisionskurs mit unserer heutigen Kultur.
Mit viel Charme und Humor baut sich langsam aber sicher eine solide Handlung mit einer angenehmen Spannung auf. Letzteres schwächelt im Mittelteil leicht, was jedoch durch die Protagonisten abgefangen wird.

Als Hannah vor der Realität flieht und sich für einen Urlaub bei ihrer Schwester entscheidet, ahnt sie nicht, welches Abenteuer noch auf sie wartet. Von Beginn an ist Fuerteventura ein magischer Ort für Hannah. Sie fühlt sich frei, geborgen und Zuhause. Doch zugleich hat sie das Gefühl den Verstand zu verlieren. Seltsame Träume, Visionen und Stimmen verfolgen sie und leiten die junge Frau auf vergessene Pfade des Paradies. Eines führt schließlich zum anderen und plötzlich steht ein lange vergessener, verfluchter, attraktiver und sehr lebendiger Pirat vor ihr.
Für William Hunter ist seine neu entdeckte Freiheit Fluch und Segen zugleich. Einerseits weiß er, dass ihm die Zeit durch die Finger rinnt und sein Ende naht, andererseits findet er an den neuen Sitten und Bräuchen gefallen. Und als wäre dies nicht genug, weiß er nicht, ob seiner "Retterin" zu trauen ist, immerhin ist sie eine Hexe, wie jene, die ihn ins Verderben gestürzt hat. Den beiden Protagonisten bleibt kaum eine andere Wahl, als sich für die gegebene Zeitspanne miteinander zu angagieren.
Sowohl Hannah als auch William müssen sich während ihrer gemeinsamen Zeit ihren Dämonen stellen. Gejagt von der Vergangenheit und verschreckt von der Zukunft erkennen sie Fehler an und entwickeln neue Seiten in ihrer Persönlichkeit. Doch kaum scheint alles ins Lot zu geraten, erhalten sie ein gefährliches Angebot.

Neben Hannahs Schwester Marie, die sich nach einiger Zeit verdünnisiert und deren Ehemann, den man nie kennenlernt, gibt es Williams Besatzung, die die Sparte der Nebencharaktere abdeckt. Obwohl man nur die engsten Mitglieder etwas näher kennenlernt, wird deutlich klar, dass der bunte Haufen viel Unterhaltung verspricht. Doch Hannahs Kontakt zu ihnen wird derart spärlich beschrieben, dass die einem kaum ans Herz wachsen können.

Bewertung:
"Das wilde Herz des Meeres" hat mich positiv überrascht.
Wenn meine Vermutung zu der Autorin hinter dem Pseudonym richtig ist, dann muss ich sagen, dass ich mir geschworen hatte, nie wieder ein Buch von ihr zu lesen -zu groß war die Enttäuschung beim Letzten. Doch so bin ich über andere Wege auf den Roman aufmerksam geworden und bin froh darüber.
Die Geschichte von Hannah und Will ist sehr unterhaltsam und bietet viele interessante und spannende Momente. Obwohl der Einsatz von Wills Mannschaft noch ausgebaut werden könnte, hat man doch die Verbundenheit zwischen ihnen gespürt.
Doch das Ende (zwischen letztem Kapitel und Epilog) ging mir persönlich ein wenig zu schnell, sodass die Stimmung nach dem Showdown zerstört wurde und ich mich plötzlich in der Realität wieder fand.


8/10  bzw. 4/5 Sterne 
★★★★

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