Mittwoch, 28. Juni 2017

Kopf aus, Herz an

Erscheinungsdatum: 28.06.2017

Autor: Jo Watson

Seitenzahl: 316 Seiten

ISBN:  978-3-7363-0421-5

Erhältlich: hier 

Klappentext: Hör auf dein Herz und tanz unter den Sternen!
Lillys schlimmster Albtraum wird wahr, als ihr Verlobter sie vor dem Traualtar stehen lässt. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, beschließt sie, die Hochzeitsreise nach Thailand trotzdem anzutreten – und zwar allein. Noch im Flugzeug lernt sie den attraktiven Damien kennen, der mit seinen Tattoos und der spontanen Art eigentlich genau die Art Mann ist, um die Lilly sonst einen großen Bogen machen würde. Doch jetzt, wo es nichts gibt, was sie zurückhält, lässt sie es zu, dass er sie auf eine Reise entführt – eine Reise, die ihr zeigt, was es bedeutet, auf sein Herz und nicht auf seinen Kopf zu hören … (Cover, Klappentext by Lyx Verlag)


Rezension:
Ist es wirklich möglich, dass ein Leben verflucht sein kann? Ist es möglich, dass all diese schlimmen Zufälle ein Ziel haben? Und wenn ja, wer zum Teufel steckt dahinter und denkt sich so einen Mist für das Schicksal eines Menschen aus?!

Fragen, die sich die Protagonistin Lilly in Jo Watsons Buch "Kopf aus, Herz an" vermutlich mehr als nur einmal stellt. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band aus der zurzeit dreiteiligen Destination Love Reihe. Jedes der Bücher hat eine in sich abgeschlossene Handlung, weshalb ein Einstieg jederzeit möglich ist.
Doch nun um Buch an sich. Wenn "Kopf aus, Herz an" in einem Punkt besonders heraussticht, dann ist es der ganz eigene und humorgespickte Schreibstil von Watson. Die Tatsache, dass sie immer wieder den Leser mit einbezieht und mit sarkastischen Bemerkungen zum mit machen auffordert, sorgt für eine lockere Hintergrundatmosphäre der Handlung.
Die eben angesprochene Handlung sticht allein betrachtet jedoch nicht besonders hervor, geschweige denn bleibt sie noch lange Zeit in den Köpfen der Leser. Ein Grund dafür, ist der strickte und extrem zufallslastige Ablauf der Ereignisse, der besonders im Mittelpart gekünstelt und steif wirkt. Man weiß einfach das gleich etwas "Undenkbares" passiert und die Protagonisten ins nächste Abenteuer geworfen werden.

Lilly Swansons Leben könnte nicht besser sein. Sie hat einen liebevollen Verlobten, plant mit ihm Kinder, ein Haus und Hund... und wird von ihm 5 Minuten vor der geplanten Hochzeit vor 500 Gästen sitzen gelassen. Gut, Letzteres ist nicht geplant gewesen; aber Lilly wäre nicht Lilly, wenn sie sich nicht bald wieder fangen würde. Also beschließt die verlassene Braut die Flitterwochen allein anzutreten. Ein paar ruhige Tage im Spa bei Gourmetessen, können schließlich Wunder auf die Nerven wirken, nicht? Leider nein, denn bereits der Flug wird zur totalen Katastrophe und ist erst der Anfang eines unvergesslichen Trips.
Unsere Protagonistin stellt sich bereits in den ersten Kapiteln als eine recht prüde Persönlichkeit heraus, die außerhalb ihres geregelten Tagesablaufs sehr schnell jedes verfügbare Fettnäpfchen mitnimmt. Doch an der Seite von Damien muss sie sich in unbekannte Situation stürzen und ich anpassen. Dabei entdeckt sie eine bisher "tote" Seite ihres Charakters, die sie nicht mehr missen möchte. Aus dem kleinen Feigling wird also im Verlauf der Handlung ein wagemutiger Draufgänger.

Damien Bishop, äußerlich ein Badboy, wie er im Buche steht. Obwohl er aus einer sehr wohlhabenden Familie stammt, bevorzugt er es als Bagbagger durch die Welt zu reisen und von der Hand in den Mund zu leben. Doch als er auf seinem Weg zu Burning Moon Festival auf eine scheinbar Verrückte trifft, ändern sich seine Pläne schlagartig und unwiderruflich.
Damien ist eine sehr lebensfrohe und flüchtige Person. Für ihn ist es ein Leichtes, sich von seinen Wurzeln zu lösen und durch die Welt zu streifen. Aber trotz allem ist er auch ein waschechter Nerd. Kein wunder also, dass er durch Lilly seine weiche Seite nach außen kehren kann und Schützwälle fallen lässt.

Obwohl Lillys Familie eine enorme Größe hat und anhand der gegebenen Umstände auftreten könnte, ist deren Einsatz im Roman gleich null. Sicher gibt es ein/zwei Stellen, an denen auch sie sich die Ehre geben, doch dabei sagt jeder dieser Nebencharaktere im Schnitt drei Sätze.
Anders sieht es dabei bei Lillys "Urlaubsbekanntschaften" aus. Von zwei homosexuellen Pärchen bis zu einigen anderen Bekannten, ist alles, wenn auch wenig, vertreten. Diese ca. 5 Personen sind es damit auch, die die Nebencharakterriege vertreten.

Bewertung:
Ich mag ja nicht immer auf Titel und Cover von Büchern eingehen, dennoch schaue ich immer Mal bei der original Version vorbei. Und ehrlich: Ich finde sowohl original den Titel (Burning Moon) als auch das Cover bei diesem Roman sehr viel besser. Wie einige von euch vielleicht wissen, bin die niemand, der reine "Kitschromane" sehr ansprechend findet, weshalb ich "Kopf aus, Herz an" beim besten Willen nicht auf dem Schirm hatte, sondern eher abgeschreckt war.
Aber gut, das ist Geschmackssache; weiter im Text:
Der humorvolle Stil und die Idee des Romans finde ich wirklich gut. Und auch die Ausgestaltung der Charaktere finde ich in Ordnung. Doch die Handlung war mir einfach zu gekünstelt und platt, weshalb ich immer wieder kleine Flauten beim Lesen hatte. Ich gehe voll und ganz mit, dass es sich hierbei um Genrevorlieben handelt, die ich akzeptiere. Dennoch kann objektiv betrachtet noch Einiges besser gemacht werden, was hoffentlich in den Folgebänden auch passiert. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

6/10  bzw. 3/5 Sterne 
★★★★

PS: Bei "Kopf aus, Herz an" handelt es sich um ein vom Lyx-Verlag bereitgestelltes Rezensionsexemplar. Ich möchte mich für Bereitstellung des Romans und die daraus folgende Unterstützung für meinen Blog bedanken. Dennoch gilt wie immer: Diese beeinflusst keineswegs meine persönliche Meinung über das Buch.

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