Dienstag, 20. Juni 2017

Kalt ist der Totenhauch

Erscheinungsdatum: 2012

Autor: Elizabeth Chandler

Seitenzahl: 304 Seiten

ISBN:  978-3-7855-7107-1

Erhältlich: hier 

Klappentext: Die Vergangenheit des Städtchens Wisteria ist voller dunkler Geheimnisse. Sieben Jahre nachdem ihre Mutter dort ertrunken ist, kehrt Lauren in den kleinen Ort zurück. Doch unheimliche Vorkommnisse lassen ihre Reise zu einem Albtraum werden.
Es ist, als ob sich die Ereignisse von damals exakt wiederholten: Gegenstände bewegen sich wie von Geisterhand, Lauren hat einen Autounfall und wird schließlich in ein verfallenes Bootshaus gelockt. War der Tod ihrer Mutter etwa gar kein Unfall? Erwartet Lauren das gleiche Schicksal? Ihr bleibt nicht viel Zeit herauszufinden, wem sie vertrauen darf. (cover, Klappentext by Loewe Verlag)

Rezension:
Es geht wieder nach Wisteria! Doch was haben die neuen Protagonisten und der neue mysteriöse Fall zu bieten?

Mit "Kalt ist der Totenhauch" entführt uns die Autorin Elizabeth Chandler bereits zum zweiten Mal in das beschauliche Städtchen Wisteria. Der Leser begleitet Lauren Brandt bei ihrer Suche nach Antworten bezüglich des tragischen Todes ihrer Mutter vor sieben Jahren, doch lässt sich nach so langer Zeit überhaupt noch etwas finden?
Wie bereits beim Vorgänger greift Chandler auch hier wieder einmal tief ins Trickkästchen der mystischen und unerklärlichen Ereignisse, und verzaubert damit ihr Publikum. Obwohl der Anfang des Roman sehr schleppend voran läuft, befindet man sich sehr schnell mitten im Geschehen wieder und ist spätestens ab der Hälfte völlig vom Roman gefesselt. Einen großen Anteil tragen jedoch auch die vielseitigen und schwer durchschaubaren Charaktere dazu bei.

Lauren Brandt verbrachte in ihrer Kindheit regelmäßig den Sommer bei ihrer Patentante Jule, doch vor sieben Jahren findet das kindliche Glück ein dramatisches Ende, als ihre Mutter im See des Grundstückes ertrinkt. Nun ist es für Lauren aber an der Zeit sich der Vergangenheit zu stellen und den Tod ihrer Mutter endgültig zu verarbeiten. Einfacher gesagt als getan... Erst recht, als Lauren ähnliche unerklärliche Ereignisse wiederfahren, wie ihrer Mutter vor deren Tod... Doch was soll sie tun und an wen kann sie sich in ihrer Not wenden?
Man lernt Lauren als eine sehr reife und erwachsene junge Frau kennen, die trotz aller Ungereimtheiten ihre Mutter sehr geliebt hat. Sie selbst ist der Ansicht, dass sie die Ereignisse ihrer Kindheit überwunden hat, was auch anfänglich den Anschein zu haben scheint. Doch sobald die ersten Vorkommnisse ihren Lauf nehmen, wird der Leser gemeinsam mit der Protagonistin eines Besseren belehrt. Lauren beginnt an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln und versucht möglichst plausible Erklärungen zu finden, was alles andere als einfach ist und dadurch noch beängstigender wirkt. Aber spätestens als klar wird, dass auch jemand nach Laurens Leben trachtet, erwacht der Kampfgeist in ihr zum Leben und damit einhergehend ihre abschätzende und berechnende Seite. Jeder kann ihr Feind sein und ihr hinterrücks das Leben nehmen.

Mit Laurens Rückkehr nach Wisteria trifft die Protagonistin viele Menschen aus ihrer Vergangenheit wieder. Neben den offensichtlichen Personen wie ihre Patentante Jule und deren Töchter Nora und Holly kommen auch alte Freunde und Nachbarn wie Frank und Nick wieder ins Spiel. All diese Nebencharaktere haben dabei eines gemeinsam, sie sind aufgrund der spärlichen Informationen, die den Leser erreichen und der einseitigen Perspektive Laurens, in vielerlei Hinsicht undurchschaubar und kaum einzuschätzen.
Die perfekte Gelegenheit um unerwartete Twists und ungeahnte Bewegründe einzubauen.

Bewertung:
Wer Mystery und Action erwartet, ist hier genau richtig! Chandler hat auch dieses Mal wieder einen spannenden und teils unvorhersehbaren Jugendroman erschaffen. Sobald man den zähen und langatmigen Einstieg überwunden hat, nimmt die Spannung rasant zu und fesselt den Leser bis zu den letzten Seiten. Leider war mir persönlich jedoch besonders die Endhandlung zu klischeegeladen und vorhersehbar. Da die Zahl der Nebencharaktere sehr gering gehalten wurde, kann man sich bei der Suche nach dem Täter nur auf 5 Personen beziehen, was die Aufklärung des Romans nicht mehr all zu schockierend gestaltet. Dennoch wurde ich während des Lesens ein, zwei Mal an der Nase herumgeführt, was mich sehr freut.

8/10  bzw. 4/5 Sterne 
★★★★

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