Samstag, 20. Mai 2017

Versteinerte Seelen

Erscheinungsdatum: 2012

Autor: Elizabeth Chandler

Seitenzahl: 272 Seiten

ISBN: 978-3-7855-7376-1

Erhältlich: hier 

Klappentext:
Seit ihrer Ankunft auf Scarborough House, dem uralten Landsitz ihrer Großmutter, plagen Megan merkwürdige Träume, die immer düsterer und brutaler werden. Visionen von verbotenen Liebschaften, Eifersucht und Intrigen.
Während Megan ihren Träumen nachgeht, verdichten sich die Hinweise darauf, dass auf Scarborough House ein Mord geschehen ist. Sinnt der Geist der Toten auf Rache und will, dass Megan den Täter zur Strecke bringt? Oder ist es eine Warnung, weil der Mörder sich erneut bereit macht, zuzuschlagen, und diesmal Megan im Visier hat? (Cover, Klappentext by Loewe Verlag)


Rezension:
Düster, geheimnisvoll und unvorhersehbar!
Seit ihrer Kindheit träumt Megan von einem alten Haus, indem sie spielt. Umso größer ist ihr Schock, als sie schließlich bei ihrem ersten Besuch bei ihrer Großmutter genau auf dieses "Traumhaus" trifft. Doch ab diesem Moment ist nichts mehr, wie es zu sein scheint und Megans Leben vermutlich in Gefahr.

"Versteinerte Seelen" ist der erste Teil von Elizabeth Chandlers Reihe "Dark Secrets". Mystische, unerklärliche und gruselige Geheimnisse aus der Vergangenheit stehen dabei auf der Tagesordnung. Der Jugendroman ist in einer sehr angenehmen Ich-Perspektive schrieben und gibt damit die Erlebnisse und Gedanken der Protagonistin Megan wieder. Da der Leser ausschließlich durch Meg's Augen die Handlung erlebt, baut sich -ähnlich, wie bei der Protagonistin- eine düstere und verwirrende Spannung auf. Dieses Merkmal ist auch das große Steckenpferd von Chandler. Die Perspektive führt den Leser immer wieder auf neue Spuren, die weiter für Verwirrung sorgen. Mithilfe der wenigen Informationen rund um das eigentliche Geschehen ist die Handlung und deren Ausgang bis zur letzten Seite ungewiss, was den Leser ins Mitfiebern verfallen lässt.

Megan Tilby ist die Adoptivtochter von Carolyn Barnes, welche in Scarborough House aufgewachsen ist. Als Megan schließlich nach vielen Jahren zum ersten Mal von ihrer Großmutter eingeladen wird, merkt sie schnell, dass etwas mit dem Haus und der alten Dame nicht stimmt. Sie träumt von Dingen, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat, aber dennoch bis ins kleinste Detail existieren und muss sich mit ihrer unliebsamen Großmutter herumschlagen. Als die merkwürdigen Vorfälle anfangen sich auszubreiten und auch die Bewohner des Hauses zu betreffen, startet die Protagonistin ihre eigenen Nachforschungen. Die Ergebnisse, die sie daraus zieht, sind jedoch alles andere als beruhigend.
Man erlebt Megan als geduldige aber auch gleichzeitig sturköpfige Person, die immer den passenden sarkastischen Spruch auf Lager hat. Das ist auch der Grund, warum sie sich die Bewohner des Hauses nicht sehr schnell zu Freunden macht. Die ablehnende und teilweise schroffe Behandlung, die Megan erfährt, ist auch Grund für ihr Misstrauen gegenüber diesen. Doch je weiter sie mit ihren Recherchen kommt, umso besser versteht sie sich mit ihrem "Cousin" Matt, dessen Hilfe sie durchaus gebrauchen könnte. Jedoch ist die beginnende Freundschaft labil und von Zweifeln und Missgunst überzogen.

Vergangenheit oder Gegenwart? Das ist hier die Frage!
Viele Zeitebenen bedeuten viel potenzielle Nebencharaktere. Doch in diesem Fall ist das nicht so einfach, da die Grenzen zwischen damals und heute immer weiter verschwimmen. Ob Matt, Helen oder Sophie, jeder Charakter existiert aus einem bestimmten Grund. Sobald man das herausgefunden hat, sollte die Handlung ja eigentlich ganz vorhersehbar sein, nichtwahr?  Nein. Die wagen Informationen über die Umwelt der Protagonistin sorgen für viele Überraschungen und interessante Wendungen, die man nur schwer vorhersehen kann.

Bewertung:
Ich hab vor vielen Jahren spontan den vierten Teil der Reihe (Es flüstert die Dunkelheit) gekauft und war hin und weg! Das ist nun aber auch schon mindestens 5 Jahre her und ich bin eigentlich schon lange kein großer Jugendbuch Fan mehr. Doch ich weiß noch, wie ich mich, wenn ich nachts durchs Haus ging, umgedreht habe, um zu sehen, ob jemand hinter mir ist. Mit dieser Erinnerung im Hinterkopf musste ich einfach die anderen Teile der Reihe kaufen und sehen, ob es immer noch mein Typ ist.

Und ich muss sagen: ich bin überrascht! Die Spannung ist wirklich gut aufgebaut und steigert sich über das Buch hinweg kontinuierlich. Auch der Schreibstil der Autorin schildert die Geschehnisse sehr gut und vor allem geheimnisvoll. Besonders das Ende hat mich sehr überrascht und verdient einen großen Bonuspunkt.Was die Charaktere angeht, gibt es jedoch auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Die Nebencharaktere finde ich sehr interessant und gut ausgearbeitet, doch mit Megan konnte ich nicht wirklich warm werden. Obwohl ich die Handlung ja aus ihrer Sicht gelesen habe, kam ich mir die ganze Zeit über wie ein stumpfer Beobachter vor. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb die tatsächlich vorherrschende Atmosphäre nicht so richtig auf mich überspringen konnte.

8/10  bzw. 4/5 Sterne 
★★★★

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