Mittwoch, 10. Mai 2017

Paper Palace - Die Verführung

Erscheinungsdatum: 02.05.2017

Autor: Erin Watt

Seitenzahl: 416 Seiten

ISBN: 978-3-492-06073-8

Erhältlich: hier 

Klappentext:
Diese Royals werden dich ruinieren ...
Kaum haben sich Ella und Reed wiedergefunden, werden sie schon wieder getrennt – und Reeds Leben steht auf dem Spiel. Ist er dieses Mal zu weit gegangen? Ist ihm sein aufbrausendes Temperament zum Verhängnis geworden? Ella ist eine Kämpferin. Sie ist bereit, alles zu tun, um Reed zu schützen, und den Royals zur Seite zu stehen. Doch dann wird sie plötzlich von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Sie muss feststellen, dass ihr Leben eine einzige Lüge war. Werden die Royals sie am Ende doch ruinieren? Oder kann es ein Happy End für Ella und Reed geben? (Cover, Klappentext by Piper Verlag)

Rezension:
(Da die Reihe wie ein einziges großes Buch aufgebaut ist, werde ich nicht extra alles wiederholen, sonder nur Charakter- und Stilentwicklung anreißen. Genaueres findet ihr in den Rezis zu Paper Princess und Paper Prince.)

Glück und Frieden währt nie lange, stimmt's? Zumindest nicht für Ella Harper, denn schön wieder gerät ihre Welt aus den Fugen. Nur dieses Mal scheint das Schicksal alles vernichten zu wollen, was ihr lieb und teuer ist.

Mit "Paper Palace" ist nun auch der dritte und letzte Teil der Paper-Triologie von Erin Watt erschienen. Die Handlung beginnt wenige Stunden nachdem das Chaos im Palast der Royals Einzug gehalten hat, und verspricht dementsprechend sehr interessant zu werden. Doch nein! Da hat man sich nach dem Ende von "Paper Prince" leider zu früh gefreut!
Während der gesamten Handlung kommt kaum eine vernünftige Spannung (von 3-4 Kapiteln gegen Ende einmal abgesehen) zustande. Ähnlich ergeht es auch der Handlung an sich. Wo ist der INTERESSANTE rote Faden abgeblieben?! Nachdem im Vorgänger immer wieder kleine aber unterhaltsame Zwischenpassagen eingebaut wurden waren, ist man hier vergeblich auf der Suche danach. Die Story dümpelt nur so vor sich hin und zieht sich hier und da wie Kaugummi.
Aber es gibt auch Lichtblicke wie zum Beispiel die ca. 10 Kapitel, die doch ganz interessant waren oder der immer noch gute und flüssige Schreibstil der Autorinnen.

Aber jetzt ist erst einmal Schluss damit! Wichtig sind ja auch die Charaktere!
Nachdem Elle ihre kämpferische Seite in Teil 2 entdeckt hat, hat sie sich nichts mehr so einfach gefallen lassen. Doch nachdem Steve auftaucht, geht dieser Fortschritt wieder ein wenig verloren. Sie rebelliert größtenteils nur noch in ihren Gedanken und kuscht gegenüber ihrem Vater und Dianah sehr schnell. Nur wenn es um Leben und Tod geht, kommt die Ella aus Band 2 wieder hervor und fährt die Krallen aus.
Doch besonders moralisch hat die Protagonistin Einiges gelernt! Sie reagiert nicht mehr derart extrem auf die Anfeindungen und Sticheleien ihrer Mitschüler. Ella hat mit der Zeit erkennt, auf welche Art und Weise sie ihren Widersachern viel mehr zusetzen kann, was natürlich ausgenutzt wird. Diese Verhaltensänderung sorgt auch dafür, dass man auch mal die "guten" Schüler der Astor School kennenlernt und positiv überrascht wird.

Die vorliegende Tragödie sorgt natürlich auch dafür, dass die Familie Royal wieder fest zusammengeschweißt wird. Sie stehen füreinander ein und müssen sich eingestehen, dass es an der Zeit ist, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen. Eigentlich sollte man ja keine großen Geheimnisse mehr erwarten, doch dann währe man ja bei der falschen Familie.
Leider erfährt man nicht mehr viel Neues über die Persönlichkeiten selbst. Nur Reed erscheint zerbrechlicher und schwächer. Die anderen Royals kommen hingegen kaum zu Wort, und falls doch, dann nur sehr spärlich. Dies hat zur Folge, dass die Handlung nur sehr zäh über die Seiten fließt und man das Gefühl bekommt, immer wieder das gleiche zu lesen.

Bewertung:
Ehrlich gesagt hat "Paper Palace" kein glänzendes Ende hingelegt. Die Idee des dritten Teiles war zwar sehr gut erdacht, aber schlecht umgesetzt. Durch mangelnde Spannung kommt die Handlung sehr eintönig und nicht gerade originell herüber. Ähnlich wie in den beiden Vorgängern war ein stetiges Bergauf und -ab im Unterhaltungswert des Romans zu erkennen. Nur überwiegt der schlechte Part diesmal. Die ca. 10 doch sehr interessanten und Plot vorantreibenden Kapitel machen die Fehler der anderen 20 leider nicht wett. Es gab Momente, in denen ich einfach nur noch Wut auf die Charaktere hatte und am Liebsten eingreifen wollte.
Fans der Reihe werden wahrscheinlich dennoch ihren Spaß mit dem letzten Band der Reihe haben, doch mich hat er leider nicht wirklich überzeugt.

Abschließend kann ich zur gesamten Reihe sagen, dass "Paper Prince" der bester Teil war und damit knapp vor "Paper Princess" liegt. Das Schlusslicht bildet damit "Paper Palace".
Die Bücher waren an für sich nicht schlecht, aber es hat einfach an Spannung und Handlung gemangelt.
Sollte, wie gemunkelt wird, noch ein Buch über Easton erscheinen, werde ich es - allein weil er mir sehr sympathisch war - vermutlich lesen. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass die Story von Beginn an ein wenig interessanter klingt.

6/10  bzw. 3/5 Sterne 
★★★★

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