Dienstag, 31. Januar 2017

MacTiger - Ein Highlander auf Samtpfoten

Erscheinungsdatum: 10.03.2008

Autor: Andrea Schacht

Seitenzahl: 349 Seiten

ISBN: 978-3-442-36810-5

Erhältlich: hier

Klappentext: Der schottische Schlosskater MacTiger beschert dem Leser eine Achterbahn der Gefühle: vom wohligen Schauer bis hin zum glücklichen Lächeln …


Schottland, 1744: Eine Clan-Fehde nimmt auf Drumnadruid Castle ein blutiges Ende. Auch Schlosskater MacTiger wird, ehe er sichs versieht, hinterrücks gemeuchelt. Seither geht sein Geist um. Jahrhunderte später – Drumnadruid Castle zieht als idyllisches Highland-Hotel unzählige Gäste an – spürt die junge Margita seine Anwesenheit. Die beiden verbindet etwas, das weit in die Vergangenheit zurückreicht …


Atmosphärisch, spannend, augenzwinkernd!
 (Cover, Klappentext by Blanvalet)

Rezension:
Margita ist mit ihrer Tante auf Bildungsreise in Schottland unterwegs. Als die recht rustikale Reisegruppe auf Drumnadruid Castle haltmacht, will sie aufgrund ihrer Mitgäste am liebsten gleich weiter reisen. Doch ihrer Tante fühlt sich nach einer guten Portion Haggis nicht sonderlich wohl, und so bleibt Margita nichts anderes übrig, als mit ihrer Tante auf Drumnadruid Castle zu verweilen. Während ihres Aufenthaltes macht sich Margitas Gabe, die sie seit ihrer Geburt besitzt, verstärkt bemerkbar. Ein Zeichen für sie die Vergangenheit des Schlosses zu durchleuchten. 

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und wird hauptsächlich in Form von Erinnerungen erzählt. Über das Buch verteilt gibt es somit immer wieder kurze Sprünge ins Hier und Jetzt. Dadurch gelingt es der Autorin neue Handlungsfäden zu eröffnen und Fragen aufzuwerfen. Leider passiert es im Zuge dessen aber auch, dass viele Situationen und Handlungen "Teil-gespoilert" werden und somit vorhersehbar sind. Im kompletten Gegenteil dazu lässt Andrea Schacht andere Handlungsstränge lange Zeit im Verborgenen, die dann urplötzlich zu Plotwendungen führen.

Die Geschichte wird fast vollständig aus der Sicht von Margita und MacTiger erzählt.
Margita ist nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrer Tante aufgewachsen. Als komplettes Gegenteil ihrer Tante hatte sie es damit in ihrer Kindheit nicht immer leicht. Zu Beginn der Reise haben Margita und ihre Tante noch ein sehr angespanntes Verhältnis. Viele Konversationen zwischen den beiden ähneln mehr der zwischen einem Bediensteten und seinem Herren. Doch im Verlauf sind unsere Protagonistin wagemutiger und beginnt gegenüber ihrer Tante zu "rebellieren". Dadurch entwickeln sich beide zu offeneren und zum Teil auch emotionaleren Menschen.
MacTiger: Schlosskater, Geist und Edgar Allan Poe Fan, wandelt nun seit etwa 200 Jahren durch die Gänge des Schlosses. Ein trostloses Leben Tag ein, Tag aus. Doch er entdeckt nach einiger Zeit seine Fähigkeit zu spucken und das nutzt er natürlich in vollen Zügen aus. Bereits zu Lebzeiten war MacTiger ein recht scheues Tier - was sich über die Jahrhunderte auch nicht geändert hat. Doch er muss lernen über seinen Schatten zu springen um, von seinem Geisterdasein befreit zu werden. Mit seinen Zitaten aus "the raven" sowie Rückblicken ins Schottland des 18. Jahrhunderts, treibt der kleine Stubentiger die Handlung immer wieder voran und gibt dem Leser Einblicke in den Kern der Handlung.
Kenneth, kurz Ken, ist ein reicher "Jungunternehmer", der eigentlich nur mit seinen ehemaligen Kommilitonen den Urlaub verbringen will. Doch nicht einmal da hat er Ruhe vor seinem Chef. Über Ken erfährt man recht wenig, anfangs ist er noch recht arrogant und eingebildet gegenüber anderen. Doch mit der Zeit erkennt man, dass er nicht nur der reiche Schönling ist.
Die Nebencharaktere sind in diesem Buch recht weit gestreut. Von einigen nervigen älteren Damen bis hin zum weisen Eremiten ist fast alles vertreten. Da die Handlung meist aus Sicht von Margita und MacTiger erzählt wird, wird auch nur deren Einstellung gegenüber den Personen deutlich. Einige der Nebencharaktere haben eine recht wichtige und tragende Rolle, andere könnte man getrost aus dem Roman entfernen, ohne dass es auffällt. Dennoch sorgen auch sie für einige Lacher und Kopfschüttler.

Bewertung:
Ich war eigentlich nur auf der Suche nach einem Buch, welches in den Highlands spielt und bin somit ohne Erwartungen und dergleichen herangegangen. Da ich Romane dieser Art recht selten lese, war es eine willkommene Lesealternative. Die Handlung ist teils überraschend, teils vorhersehbar. Die Zitate von Edgar Allan Poe sind sehr erfrischend und passend eingefügt, sodass man sich immer wieder freut, wenn man auf eines trifft. Die Handlung unter den Charakteren ist nichts wirklich Neues, aber auch nichts komplett Abgegriffenes. Kurz um: Eine schöne Lektüre, die mir in einer Nacht zum Opfer gefallen ist.

9/10 bzw. 4,5/5 Sterne


PS: Vielen Dank an den Blanvalet Verlag, für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe mich sehr gefreut.

PPS: Ich habe mich extra etwas kürzer gefasst, um nicht zu spoilern - alles andere wäre bei diesem Buch etwas schwierig geworden :D

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